FSJ in Santa Cruz de la Sierra

FSJ in Santa Cruz de la Sierra

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Aktivitäten

Ich hab nun im letzten Beitrag das Heim in seinem Aufbau versucht zu visualisieren, aber wenn man diesen Aufbau betrachtet ohne das Leben, was sich hier abspielt, würde ich mich ziemlich langweilen. Aus diesem Grund gibt es natürlich die 150 Kinder mit denen man tagtäglich zu tun hat und mit denen man zusammenlebt.
Wie schon beschrieben, veranstalten wir immer wieder kleine Aktivitäten, um die Kinder aus ihrem tristen Alltag herauszuholen und ihnen eine Freude zu machen (ich hab bereits schon vorher über den Zoobesuch im Detail berichtet).




Wir waren nun schon häufiger mit den Kindern aus dem Heim im "Schwimmbad". Direkt um die Ecke bei uns im Barrio gibt es eine Familiem, die 2 Pools bei sich im Garten stehen hat, und diese an die Leute aus dem Barrio oder halt an den Hogar vermietet. Mittlerweile fragen die Kinder fast jeden Tag, ob man nicht mal wieder ins "Piscina" gehen könnte, allerdings ist der Eintritt nicht umsonst :(. In den Bildern kann man meine Meinung nach seht gut sehen, wie viel Spaß die Kinder haben und es voll und ganz ausnutzen ins das abkühlende Nass zu springen. Häufig bleiben wir über 2 Stunden im Schwimmbad und die ninos verlassen nur für die Merienda das Wasser, was man ihnen auch ansehen kann.




Das ist das kleine Becken für die meisten Jungs der Divino ninos, denn fast keiner der Jungs kann schwimmen, weshalb es häufig die Aufgabe von uns Freiwilligen ist, die Kinder durch Wasser zu schieben oder sie Huckepack zu nehmen. Die Kids, die "schwimmen" können, sehen jedoch meistens eher so aus, als wenn sie wie Hunde durchs Becken strampeln würden.


Hier sieht man die Kinder (eine Vorschulgruppe), die ich seit ca. einer Woche nun von Simon übernommen habe. Am 21. September gab es hier den día del estudiante (ich glaube, dass ich schon einmal erwähnt hatte, dass es für Jeden und Jedes einen Tag gibt, wodurch es immer mal wieder eine Möglichkeit gibt zu feiern), wo die Kinder morgens selber etwas aufgeführt haben und wir nachmittags für die Kinder eine Party gecshmissen haben, die zwischendurch eine wenig aus dem Ruder lief. Darüber werde ich aber in einen anderen Beitrag detallierter berichten.


Die "Kinder" mit ihren roten Mandillas (jede Vorschulgruppe "Niditos", "Pre-Kinder" und "Kinder" haben eine eigene Farbe bei ihren "Leibchen".) schauen eine Parade auf der Plaza 24, der Hauptplaza hier im Stadtzentrum, zu.


Am gleichen Tag haben sie auch das Rathaus besucht, um mehr über die Stadt und die Verwaltung zu erlernen, denn hier sieht die Vorschule anders aus als in Deutschland, da die Kinder schon im zarten Alter von vier Jahren Buchstaben und Ziffern erlernen müssen.



Die "Cristo Rey" (ein anderes Haus im Heim) - Jungs auf dem Weg zur Abschlussüberraschung von Inga - dem Zoobesuch, über den ich schon berichtet hatt.


Im Don Bosco Heim hatten die Mädels eine Tanzcompetition mit anderen Hogars in traditionellen Kostümen.




Überraschung für die Profe Eulogia zu ihrem Geburtstag (alle chicos von "Cristo Rey" sind schon bettfertig angezogen). An dem Abend gab es noch eine süße Torte und Cunapes (ein Mais-Käse-Gebäck = sehr lecker!!!)



Sobald einer die Ninos Geburtstag hat, wird man als Freiwilliger, wenn man es vergessen haben sollte, angesprochen, wo denn der Kuchen bleibe. Man muss nämlich wissen, dass es mittlerweile zur Tradition geworden ist, einen Kuchen zu backen, was ich eigentlich echt schön finde. Dann steht man mit mehreren Kinder in der großen Heimküche und mischt einen Kuchen zusammen (meistens Fanta- oder Cola-Kuchen), was den Kids echt Spaß macht, vor allem wenn am Ende noch Reste in der Schüssel bleiben (sind auch nicht anders als wir Deutschen).
In diesem Bild kann man noch eine weitere Tradition erkennen - das Filme gucken. Mittlerweile haben wir im Haus der Volontarios eine eigene Videothek, denn es werden andauernd neue Filme im Mutualista gekauft, damit zu passenden Anlässen auch einen guten Film am Start hat. An diesen Abenden wird man schon den ganzen Tag mit der Frage durchlöchert "Cuando vamos a mirar tele?" - "Wann gucken wir TV?". Manchmal geht einem die Fragerei schon sehr auf die Nerven, am ich finde auch, dass man daran sieht, wie groß die Vorfreude auf den Abend ist. Kaum ist der Pc nur ansatzweise aufgebaut, versammeln sich 30 Kinder so nah um den Laptop, wie es nur geht, damit man auch bloß nichts verpasst. Häufig passiert es dann, dass die Jungs, in meinem Fall, in der Hälfte des Filmes einschlafen, weil sie vollkommen geschafft sind vom Tag. Da gibt es dann die lustigsten Verrenkungen, wenn mehr als 5 Kinder in einem Bett sitzen, liegen oder stehen, um die beste Position zum Filme gucken suchen.


Natürlich sorgen wir Volontäre auch für eine ausgewogene Ernärung (auch wenn man das hier auf dem Bild nicht sooo gut erkennen kann). Aber manchmal kommen wir auf die Idee einen Fruchtsalat mit den Kindern zu zubereiten.


In dieser Woche habe die Kinder alles mögliche über die Herstellung und Herkunft von Gemüse, Obst und Fleisch gelernt, weshalb es am Ende der Woche in den Supermarkt ging, um das Erlernte auch genauer in Augenschein zu nehmen.



Dazu kamen alle ninos (19) in diesen Jeep, was, man will es nicht glauben, auch gepasst hat.




Diese Bilder zeigen nochmal den Ausflug in den Zoo



Neben der gesunden Ernärung muss manchmal auch etwas Süßes zubereitet werden. Oben im Bild machen die Mädels gerade selbstgemachtes Eis, während unten der Teig für die Waffeln geknetet wird.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Viecher

Jeder von euch hat wahrscheinlich schon eine von diesen Tiersendungen im TV gesehen, wo von irgendwelchen ekeligen Wesen aus der Welt berichtet wird, denen man schon beim Zuschauen nicht so gerne begegnen will und schon gar nicht bei Nacht.
Alle wissen ja, dass wir ein paar Probleme mit Ratten hier im Hogar haben und Volontäre sind uns auch weiterhin einig, dass es sie gibt. Auch wenn wir sie selber schon seit ein Ewigkeit weder gehört noch gesehen haben, kann man meistens am nächsten Morgen sagen, dass wieder ein Tierchen sein Unwesen in der Nacht getrieben hat (das ändert auch nichts daran, dass wir eine Katze haben, denn diese scheint sich eher auf kleinere Ungeziefer zu spezialisieren, aber dazu später mehr). Meißtens vergisst man immer ein paar Krümmel auf dem Essenstisch, spühlt mal einen Teller nicht ab oder lässt irgendeine Tüte offenstehen, auch wenn Letzteres kein Hinderniss wäre. Am nächsten Tag kommt häufig die böse Überraschung, auch wenn dann die Krümmel wie von Geisterhand verschwunden sind, denn dort hat sich Abfall in Kot verwandelt und es liegen überall im Haus kleine Köttel verstreut, die einen mittlerweile aber nicht mehr so nerven.
Ein weiteres Tierchen, das uns letztens über den Weg gelaufen ist, kennt jeder. Wir saßen abends mal wieder alle gemütlich in unserem Zimmern und haben uns am Laptop oder vor einem Buch vergnügt, als Sunny auf einmal anfing zu schreien. Jeder normale Mensch wäre sofort hochgesprungen und hätte sich bei diesem Ton einen Unterschlupf als Schutz gesucht, aber wir haben uns mittlerweile schon daran gewöhnt, denn Sunny versucht dadurch die Katze aus ihrem Zimmer zu verscheuen, was ihrer Meinung auch zu 90 % funktioniert. Dieses Mal war es jedoch anders, denn ein zweiter echt schriller Ton folgte auf den Ersten, woduuch Simon und ich aus unserem stoischen Ruhe gerissen wurden und nach dem Rechten schauen wollten. Im Nebenzimmer saßen die beiden Mädchen auf dem Bett und zeigten mit dem Finger auf einen kleinen schwarzen Fleck auf dem Boden, der auf die Entfernung schlecht definierbar war. Wir gingen beide näher, bevor die Heldin dieses Tages für Katha, unsere Katze Pacenja, angesprungen kam und auf den schwarzen Fleck anfing zu schlagen und ihn dann endgültig aus dem Zimmer trug und das Vieh, das sich später als Kakerlake herausstellte, in zwei Stücke zerriss, die wir nach einer Putzaktion dann auch fanden.
Das dritte Aufeinandertreffen mit einem einheimischen Tier hatte ich letzte Nacht. Nachdem ich unsere sonst eigentlich so gemütliche Katze hereinholen wollte, folgte sie nicht meinem Rat, sondern meinte um 11 Uhr nachts noch mit mir fangen spielen zu müssen. Ich ließ mir das nicht entgehen und wollte das kleine Kätzchen in die Schranken weisen, musste jedoch schnell feststellen, dass Pacenja mittlerweile doch nicht mehr das langsame, verschüchterte Wesen war, dass wir unter unsere Fittiche genommen hatten. Als ich dachte die Spur verloren zu haben, hörte ich ein Rascheln in der Nähe des Mülls vom Hogar und folgte dem Geräusch. Ich sah auch etwas einen kleinen Baum hochkrabbeln, nahm eine Stock aus der Nähe und warf ihn in der Absicht die Kleine ein wenig aufzuschrecken. Das Vieh krabbelte jedoch ein wenig höher, was nicht ganz meinem Plan entsprach, weshalb mich umentschied und mit der Taschenlampe bewaffnet näher herantrat. Aus dem Geäst starrten mich jedoch nicht die süßen kleinen Augen mit der Stuppsnase an, sondern zwei gelbe, kräftige Augen, eine lange Schnauze und ein großer rattenähnlicher Körper an. Schon ein wenig erschrocken trat ich einen Schritt zurück und dann noch einen und begab mich auf den Weh zurück ins Haus der Volontäre, wo mich Pacenja dann begleitete.
Ich wollte natürlich sofort wissen, was mich dort für ein Wesen aus der Dunkelheut angestarrt hatte und gab ein paar Suchbegriffe bei Google ein. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass es wahrscheinlich eine Art Opossum handelte, was mir meine Hausmütter auch später bestätigten. Sie gaben mir aber auch noch die Info, dass ein Biss ihrerseits auch tödlich enden kann.



Glück gehabt würde ich da mal sagen!

Dienstag, 19. Oktober 2010

Hogar de la Esperanza

Nun, da schon über 2 Monate vergangen sind, könnte ich, nach ettlichen Anfragen, auch einmal den Hogar als Ganzes vorstellen. Am einfachsten lässt sich das natürlich an Hand von Bilder erklären.

Auf dem ersten Bild, dass von der Straße aus fotografiert worden ist, sieht man das dicke Eingangstor des Hogars, das mit einem winzigen Umhängeschloss abgeriegelt ist. Meiner Meinung nach ein wenig unsicher, aber tagsüber müssen mittlerweile immer ein paar Kinder am Tor hocken und nachts haben wir eine echt netten Nachtwächter namens Freddy, dem man dann ab und zu mal ein Bierchen zur Abkühlung vorbeibringt.


Nach dem ersten dicken eisernen Tor folgt ein weiteres Holztor, dass zu den 3 Innenhöfen führt, wo man die Schulklassen, die Direktion, Häuser der Kinder und von uns Voluntären einsehen kann.


Auf dem Weg zum Holztor passiert man auf der linken Seite die "Cancha", einen Fußballplatz, der häufig am Nachmittag für kleine Spiele und manchmal sogar für Turniere von den Bewohner der umliegenden "barrios" genutzt wird.


Durch das Holztor hindurch kommt man erst in das eigentliche Heim und dem Herzstück in Sachen Organisation Gesundheit und Erziehung. Hier befinden sich die Schulklassen der "Niditos", "Pre-Kinder" und "Kinder", die Direktion, die Praxen von Arzt und Zahnarzt, die Bibliothek und der Eingang zum "Comedor". Vormittags halten sich alle Kinder, die nicht außerhalb des Heims in die Schule gehen, hier auf, um tagtäglich das 1x1, Buchstaben, Lieder und Tänze zu lernen oder ettliche Muster, Zeichnungen oder Mandalas auszumalen. (Ich hatte ja schon vorher einmal über das Wissen, das die Kinder hier sehr früh erlernen müssen, erzählt.



Wenn man links aus dem "Herzstück" des Heims austritt kommt man zur Kapelle, die an diesem Tag leider nicht geöffnet war, an dem jede Woche einmal ein Gottestdienst stattfindet. Die Kapelle kann auch von der "Cancha" erreicht werden.




Hinter der Kapelle befindet der große Spielplatz, der mit einer kleinen Betoncancha ausgestattet ist auf der man sowohl Basketball als auch Fußball spielen kann. Auch eine Rutsche, Schaukeln, ein Klettergerüst und ein schon recht ramponiertes Karussell sind Möglichkeiten für die Kinder während der Merienda oder nachmittags sich auszutoben und einmal das Lernen hinter sich zu lassen.




Das nächste Bild zeigt den Comedor, wo die Kinder und mittlerweile auch Simon und ich morgens, mittags und abends ihr Essen einnehmen. Meistens fällt das Essen nicht sooo reichhaltig aus, was heißt morgens gibt es Kakao mit einem Stück Brot, mittags eine Suppe mit Reis, manchmal Kartoffeln und immer Hühncheninnereien, es sei denn es ist ein Festtag (Mittlerweile habe ich neben den Füßen auch Speiseröhre, Herz, Leber, Kopf und noch irgendetwas undefinierbares gegessen. War aber alles sehr lecker und ist mir gut bekommen). Abends steht dann schon wieder ein Suppe auf dem Speiseplan.
Die Kinder sitzen nach ihren Häusern aufgeteilt an den langen Bänken und stopfen sich mehr oder weniger das Essen rein und am Ende einer Mahlzeit sieht es aus wie bei alten Ritterfilmen. Überall liegt das Essen auf dem Tisch verteilt, die Knochen sind bis auf das letzte Stück Fleisch abgelutscht und nur noch die Hausmütter, die Voluntarios und ein paar ältere Mädchen bleiben über, um den Raum zu säubern, während der Rest des Hogars sich zum Schlafen in die Häuser begibt. Allerdings gibt es immer ein kleines Kommando, das für die Reinigung des Geschirrs zuständig ist.



Wenn man durch den ersten Innenhof hindurchläuft, kommt man zu den "cuartos" der Kinder. Hier leben und schlafen knapp 90 % der Kinder aufgeteilt auf sechs Häuser, für die jeweils eine Hausmutter zur Verfügung steht und sechs Tage die Woche 24 Stunden lang arbeitet. Ihr habt schon richtig gehört. Als ich das erste mal mit der Hausmutter das Thema angesprochen habe, ist mir die der Mund offenstehen geblieben, weil man für diese Zeit auch nicht mehr als $ 100 im Monat verdient. Zur Zeit gibt es jedoch nur vier Hausmütter, wodurch die Ältesten für sich selber sorgen müssen.




Im letzten Innehof sind die Bebes und wir Voluntarier untergebracht. In der Mitte sieht man sowohl eines der beiden Heimautos, womit wir auch damals vom Flughafen abgeholt worden sind...


als auch das kleine bescheidene "Spieleparadies" für die Babys, die hier leider unserer Ansicht nach viel zu selten spielen können.


Abgehend von dem dritten Innenhof gibt es noch einen weiteren kleineren Spielplatz, wo leider nur noch zwei Schaukeln und eine Rutsche zu benutzen sind, weil die anderen Spielgeräte über die Zeit verrostet und zerstört wurden.



Ich hoffe, dass ich euch anhand der Bilder den Hogar ein wenig mehr visualisieren konnte.
Bis zum nächsten Bericht, denn ich muss schon wieder arbeiten.

Samstag, 16. Oktober 2010

Samaipata

Vor 2 Wochen haben 4 von uns Freiwilligen (Simon, Lola, Sunny und ich) uns auf den Weg gemacht, um einmal Samaipata auf seine Highlights zu untersuchen. Samaipata ist ein kleines Städtchen zwischen Santa Cruz und Cochabamba und liegt mit 1600 Metern und einiges höher als unser Einsatzort. Mit einem Kleinbus ging es zunächst 3 Stunden lang durch eine immer schöner werdende Landschaft - mit Bergen, leichten Dschungelansätzen und einer sehr kurvenreichen Strecke, bis wir dann endlich in das schöne, kleine, aber auch von etlichen Touristen heimgesuchte Samaipata gelangten. Durch Helga, die ältere Dame, die seit 50 Jahren in Santa Cruz lebt, hatten wir auch schon eine Unterkunft, die einen wunderschönen Ausblick über Samaipata ermöglichte. Hier haben wir 4 uns dann erst einmal richtig erholt bevor es am nächsten Tag zur ersten kleinen Attraktion zu El Fuerte ging.
El Fuerte ist eine kleine Inkastädte, die ca 10 km außerhalb von Samaipata liegt und einen kleinen Einblick in diese fremde Kultur gibt. Nachdem wir 2 Stunden fast nur Bergauf gelaufen sind, hatten wir uns ehrlicherweise mehr erhofft, als uns dann geboten wurde. Die Landschaft war zwar atemberaubend - von der Höhe konnte man den Dschungel in seiner Vielfalt sehr gut in Augenschein nehmen - aber von den Ruinen der Inka war nicht mehr viel erhalten. Es bestand aus einem großen Felsen indem man einzelne Spurrinnen und ähnliches erkennen konnte, aber das wirkliche Leben konnten wir uns noch nicht einmal mit größter Fantasie vorstellen. Ein wenig enttäuscht und einem Sonnenbrand an allen freien Körperstellen, waren wir froh auf dem Rückweg eine Mitfahrgelegenheit gefunden zu haben. Abends ging es dann noch in ein nettes niederländisches Restaurant (ja die Oranjes findet man leider überall) und haben dort in den Geburtstag von Sunny hereingefeiert.
Nach einer vor allem für mich unruhigen Nacht stand am nächsten Tag schon der nächste Programmpunkt auf dem Plan - Las Cuevas. Auch wenn es seit längerer Zeit nicht mehr geregnet hatte, entschieden wir uns, uns auf den Weg zu den Wasserfällen zu machen, die 30 min Fahrt außerhalb von Samaipata liegen. Hier trafen wir dann auf ettliche Einheimische, die die schöne Landschaft und eine Abkühlung in den Flussläufen genossen. Wir gingen an den ersten 3 Wasserfällen vorbei und suchten uns ein gemütliches Plätzchen weiter oben am Flusslauf, und sonnten uns. Auf dem Rückweg trafen wir dann noch Clarissa, eine andere Freiwillige aus dem Projekt. Wieder zurück in Samaipata waren wir fest davon ausgegangen, dass noch etliche andere Cruzenjos zurück in die Großstadt fahren würden, aber das Städtchen schien wie ausgestorben und wir mussten noch ca. 2 Stunden auf ein Taxi warten, dass uns zurücknehmen konnte, nachdem wir endlich den Fahrpreis ausgehandelt hatten. Zurück im schönen sandigen, stickigen und heißen Santa Cruz wurden Sunny als Geburtstagsgeschenk noch ihre Schuhe vor ihrer Nase vom Rucksack gerissen - wir bemerkten leider erst im Nachhinein, dass wir an einer der gefährlichsten Gegenden in Santa ausgestiegen waren.

Aufstieg durch die elendige Hitze zu den Inkaruninen


Am Rande des Abgrunds zum Dschungel


Schöne Aussicht


Wer erkennt die Schlange und den Puma? Ich nicht!!!


Inkastädte aus anderer Sicht


Lola, Sunny und ich vor undefinierbaren Gestein


Survival in the Jungle?


Irgendwie nen bisschen Treibsand


Einer der Wasserfälle


Las Cuevas

Mittwoch, 15. September 2010

Lomas de Arena + MaZ = Chaos

Letztes Wochenende war es dann soweit, dass wir unsere ersten Gäste aus dem 12 h entfernten Cochabamba bei uns hatten. Alex, Julian und Birthe arbeiten ebenfalls in einem Kinderheim in oder um Cochabamba und hatten ein langes Wochenende, wo sie sich mal ein wenig im Land umschauen wollten.
Wir "Cruzeños" haben uns natürlich etwas Spezielles für unsere Gäste aus dem Hochland ausgedacht und so wurde es ein unvergessliches Wochenende. Morgens um 8 haben wir die drei vom 40 Minuten entfernten Busbahnhof abgeholt und nach einer kleinen Stärkung bei uns zu Hause die Stadt Santa Cruz gezeigt. Als besonderes Highlight waren für diesen Tag die Lomas de Arena angesagt, eine Art Wüste eine Stunde außerhalb von Santa Cruz, wo man sich wie in der Sahara fühlen soll (das hat uns zu mindestens der Reiseführer berichtet). Von einer ehemaligen Mazlerin wussten wir, dass man sich ein Taxi vom Zentrum aus nehmen könnte, was einen direkt in Lomas bringt. Nach sechs Absagen haben wir dann doch einen Taxifahrer gefunden, der mit uns dieses Abenteuer auf sich nehmen wollte - wie sich später herausstellte hatte er keine Ahnung was die Lomas sind.
Wir fuhren als guter Dinge in Richtung Südosten, wobei uns nach 1 1/2 Stunden auffiel, dass wir einen nicht so richtungsorientierten Taxifahrer ausgewählt haben, der ungelogen bei 90 % die falsche Abzweigung genommen hat, wodurch wir ein Ewigkeit gebraucht haben, den Eingang des Parks zu finden. Durch die vielen Umwege, die zumeist auf sehr sandiger Strecke verliefen, blieben wir einige Male stecken und mussten das Taxi zu sechst wieder aus dem Sand schieben. Zum Schluss hatten wir uns dann so festgefahren, dass das Taxi mit Hilfe eines Traktors aus dem Sand gezogen werden musste. Den letzten Kilometer sind wir dann zu den Dünen gelaufen, während der Taxifahrer in brüllender Hitze beim Auto blieb.
Die Dünen selber waren einfach der Hammer. Man lief anfangs auf eine 50 Meter hohe Düne zu und nachdem man sie überquert hatte, lag unter einem eine Art Savanne oder Steppe, die von etlichen Sanddünen umgeben war. Im Reiseführer stand zwar, dass man in den Dünen sandboarden könne, aber wir haben kein Geschäft oder ähnliches gefunden, dass welche ausgeliehen hätte. Man hat sich aber ungelogen wie in der Wüste gefühlt und wir hatten einen Riesenspaß, der dann am Ende des Tages nur durch einen kleinen Aufpreis von Seiten des Taxifahrers (doppelt so viel, wie wir ausgemacht hatten) getrübt wurde.
Abends haben wir dann, trotz des anstrengenden Tages, das Nightlife in Santa Cruz unter die Lupe genommen.

Montag, 13. September 2010

Estadio Ramon Aguilera Costas (Tahuichi)

Ein ganz besonderes Ereignis möchte euch natürlich nicht vorenthalten. Vor 2 Wochen ging es zu dem wahrscheinlich beliebtesten Volkssport hier in Bolivien - Fußball.
Das Stadion kann man mit 25.000 Zuschauern mit den kleineren Stadien in Deutschland vergleichen. Man hat keine Sitzschalen, sondern man sitzt auf "Betonmauern", was sich vielleicht unbequem anhört, aber da man sowieso 3/4 des Spiels steht, ist das gar nicht so schlimm.
Im Gegensatz zum deutschen Fußball gibt es 2 gravierende Unterschiede: 1. Es ist kein Alkohol in den Stadien erlaubt, was bei den südamerikanischen Gemüter wahrscheinlich auch sicherer ist und 2. Bengalische Feuer, Feuerwerk jeglicher Art sind erlaubt. Als die Heimmannschaft (Oriente) aufs Spielfeld kam, wurden in der Fankurve die Feuerwerkskörper angezündet und man sah nur noch Lichter und dann eine riesige Rauchwolke. Von dem Moment an wussten wir auch, weshalb uns beim Eingang ein Mund-/Atemschutz in die Hand gedrückt worden war.
Während des Spiels, was von der Qualität mit einem 3. Ligaspiel zu vergleichen war, wurde in jedem Satz mindestens eines der 3 folgenden Wörter benutzt : "carajo", "mierda" oder "hijo de puta" - was so viel wie "Scheiße", "Donnerwetter" und das letzte kann jeder bei Bedarf für sich nachschlagen ;)
Am Ende hat Oriente gegen die Universidad de Chile 1:0 gewonnen und zog damit eine Runde weiter in der Copa Sudamericana. Nach dem Spiel konnte man noch Fotos mit den Spielern machen oder Autogramme sammeln.

Freitag, 3. September 2010

Zoobesuch

Letzte Woche war es dann soweit und der erste Ausflug stand an. Es war eigentlich eine ganz spontane Idee, also total bolivianisch, denn Inga, die Freiwillige, die in einer Woche wieder nach Deutschland reist, wollte zum Abschluss mit den Kindern noch einmal in den Zoo gehen, woraufhin sich Katha mit ihrer Gruppe Mädels und ich mich mit meinen Jungs anschloss. Zunächst musste jedoch die „Oberschwester“ im Heim befragt werden, was sich jedoch nicht zu einer so großen Hürde wie gedacht herausstellte. Die Kinder waren vollkommen aus dem Häuschen, sind zu einem Hingerannt, haben „Gracias“ geschrien und dann wurden die grünen Heimshirts heraus gekramt und angezogen. Auf dem Hinweg fuhren wir (24 Kinder, 2 Betreuer) mit dem Mikro zum Zoo, der ca. 30 min Fahrt von dem Heim entfernt liegt. Im Vergleich zu deutschen Zoos ist er sehr viel kleiner und es gibt auch nicht so viele internationale Tiere, aber den Kindern hat es super gefallen, wollten von allen Tieren ein Foto haben, und das ist ja die Hauptsache. Im Zoo gab es auch noch einen Spielplatz, der ein bisschen besser in Schuss war als der im Heim, aber schon sehr ramponiert aussah.
Nach 2 ½ Stunden im Zoo gab es dann endlich die „Merienda“, ein kleiner Snack, den es für die Kinder jeden Nachmittag gibt, wobei es diesmal statt gesunden Bananen oder Mandarinen, ein Wassereis verspeist wurde. Dann stand der Rückweg an und da es schon zu spät war, um rechtzeitig wieder zum Rosenkranzgebet zurückzukehren, konnten wir keinen Mikro nehmen und quetschten uns dann in ein 5 Mann Taxi. So etwas kann man sich einfach nicht vorstellen. Die Kinder saßen zu 12 im Kofferraum, auf der Rückbank saß Claudia mit den gestapelten Kindern und auf meinem Schoß haben sich auch 5 „Divinos“ gesetzt. Mit dem Fahrer und uns waren insgesamt 27 Menschen in dem Taxi und wir schafften es tatsächlich noch rechtzeitig zum Hogar. Taxifahrten werde ich wohl wirklich vermissen, wenn es in 11 Monaten wieder zurückgeht.

Alle Kinder sind ready für den Zoobesuch



Süßer Damian



Im Zoo freilaufendes Faultier



Ab zur nächsten Attraktion



Divino ninjos mit Hausmutter/Profe Claudia



Wie viele Menschen passen in ein Taxi? - 24 Kinder + 2 Erwachsene!