Auf dem ersten Bild, dass von der Straße aus fotografiert worden ist, sieht man das dicke Eingangstor des Hogars, das mit einem winzigen Umhängeschloss abgeriegelt ist. Meiner Meinung nach ein wenig unsicher, aber tagsüber müssen mittlerweile immer ein paar Kinder am Tor hocken und nachts haben wir eine echt netten Nachtwächter namens Freddy, dem man dann ab und zu mal ein Bierchen zur Abkühlung vorbeibringt.
Nach dem ersten dicken eisernen Tor folgt ein weiteres Holztor, dass zu den 3 Innenhöfen führt, wo man die Schulklassen, die Direktion, Häuser der Kinder und von uns Voluntären einsehen kann.
Auf dem Weg zum Holztor passiert man auf der linken Seite die "Cancha", einen Fußballplatz, der häufig am Nachmittag für kleine Spiele und manchmal sogar für Turniere von den Bewohner der umliegenden "barrios" genutzt wird.
Durch das Holztor hindurch kommt man erst in das eigentliche Heim und dem Herzstück in Sachen Organisation Gesundheit und Erziehung. Hier befinden sich die Schulklassen der "Niditos", "Pre-Kinder" und "Kinder", die Direktion, die Praxen von Arzt und Zahnarzt, die Bibliothek und der Eingang zum "Comedor". Vormittags halten sich alle Kinder, die nicht außerhalb des Heims in die Schule gehen, hier auf, um tagtäglich das 1x1, Buchstaben, Lieder und Tänze zu lernen oder ettliche Muster, Zeichnungen oder Mandalas auszumalen. (Ich hatte ja schon vorher einmal über das Wissen, das die Kinder hier sehr früh erlernen müssen, erzählt.
Wenn man links aus dem "Herzstück" des Heims austritt kommt man zur Kapelle, die an diesem Tag leider nicht geöffnet war, an dem jede Woche einmal ein Gottestdienst stattfindet. Die Kapelle kann auch von der "Cancha" erreicht werden.
Hinter der Kapelle befindet der große Spielplatz, der mit einer kleinen Betoncancha ausgestattet ist auf der man sowohl Basketball als auch Fußball spielen kann. Auch eine Rutsche, Schaukeln, ein Klettergerüst und ein schon recht ramponiertes Karussell sind Möglichkeiten für die Kinder während der Merienda oder nachmittags sich auszutoben und einmal das Lernen hinter sich zu lassen.
Das nächste Bild zeigt den Comedor, wo die Kinder und mittlerweile auch Simon und ich morgens, mittags und abends ihr Essen einnehmen. Meistens fällt das Essen nicht sooo reichhaltig aus, was heißt morgens gibt es Kakao mit einem Stück Brot, mittags eine Suppe mit Reis, manchmal Kartoffeln und immer Hühncheninnereien, es sei denn es ist ein Festtag (Mittlerweile habe ich neben den Füßen auch Speiseröhre, Herz, Leber, Kopf und noch irgendetwas undefinierbares gegessen. War aber alles sehr lecker und ist mir gut bekommen). Abends steht dann schon wieder ein Suppe auf dem Speiseplan.
Die Kinder sitzen nach ihren Häusern aufgeteilt an den langen Bänken und stopfen sich mehr oder weniger das Essen rein und am Ende einer Mahlzeit sieht es aus wie bei alten Ritterfilmen. Überall liegt das Essen auf dem Tisch verteilt, die Knochen sind bis auf das letzte Stück Fleisch abgelutscht und nur noch die Hausmütter, die Voluntarios und ein paar ältere Mädchen bleiben über, um den Raum zu säubern, während der Rest des Hogars sich zum Schlafen in die Häuser begibt. Allerdings gibt es immer ein kleines Kommando, das für die Reinigung des Geschirrs zuständig ist.
Wenn man durch den ersten Innenhof hindurchläuft, kommt man zu den "cuartos" der Kinder. Hier leben und schlafen knapp 90 % der Kinder aufgeteilt auf sechs Häuser, für die jeweils eine Hausmutter zur Verfügung steht und sechs Tage die Woche 24 Stunden lang arbeitet. Ihr habt schon richtig gehört. Als ich das erste mal mit der Hausmutter das Thema angesprochen habe, ist mir die der Mund offenstehen geblieben, weil man für diese Zeit auch nicht mehr als $ 100 im Monat verdient. Zur Zeit gibt es jedoch nur vier Hausmütter, wodurch die Ältesten für sich selber sorgen müssen.
Im letzten Innehof sind die Bebes und wir Voluntarier untergebracht. In der Mitte sieht man sowohl eines der beiden Heimautos, womit wir auch damals vom Flughafen abgeholt worden sind...
als auch das kleine bescheidene "Spieleparadies" für die Babys, die hier leider unserer Ansicht nach viel zu selten spielen können.
Abgehend von dem dritten Innenhof gibt es noch einen weiteren kleineren Spielplatz, wo leider nur noch zwei Schaukeln und eine Rutsche zu benutzen sind, weil die anderen Spielgeräte über die Zeit verrostet und zerstört wurden.
Ich hoffe, dass ich euch anhand der Bilder den Hogar ein wenig mehr visualisieren konnte.
Bis zum nächsten Bericht, denn ich muss schon wieder arbeiten.
Jetzt weiß ich wenigstens zu welchem Tor du immer musst:-P Hatte mir alles iwie anders vorgestellt, schön mal Bilder zu sehen! Aber was du alles wieder gegessen hast, baah. Hab ja schon mal gesagt ich würde verhumgern glaub ich:-D
AntwortenLöschen