Vor ein paar Wochen ist die gesamte Gruppe der Divino Ninos und Maria Reina aufgrund des Geburtstags des Divino Nino Jesus zu einer Familie aus dem Barrio eingeladen worden. Mir wurde zunächst gesagt, dass wir zu einem Eis eingeladen sind, was sich jedoch später als vollkommen untertrieben herausgestellte. Mit einem Pick-Up wurden die zwei Gruppen, die Profes und ich aufgeladen, um uns vier Blocks weiter vor dem Haus der Gastgeber wieder abzuladen. Ich hatte erst Angst, dass nicht alle Kinder hier Platz finden würden, denn das Haus bestand nur aus zwei Zimmern und einem Innenhof, aber ich irrte mich, denn es haben sich einfach zwei oder drei Kinder einen Stuhl geteilt. Für den Geburtstag des Dvino Nino Jesu wurde ein beschmückter Altar aufgebaut, an dem etliche T-Shirts und andere Preise, die man durch später durchgeführte Spiele gewinnen konnte, hingen. Zunächst einmal wurde jedoch zum Anlass des Cumple drei Rosenkränze, ein paar Ave Marias und das Vaterunser gebetet. Nachdem wir dann nach 15 Minuten fertig gebetet hatten, wurde die erste Runde Essen verteilt - Soda und Gelatine. Den ganzen Nachmittag und Abend ging es dann so weiter. Immer wieder unterbrechend durch Beten und Spiele für die Kinder (Eierlaufen, Reise nach Jerusalem, irgendwelchen Hüpf- und Tanzspiele und das laufen auf einem fiktiven Laufsteg, was vor allem bei uns Zuschauern zu einigen Lachkrämpfen führte) wurden wir mit Essen vollgestopft. Es gab Torte, Hotdogs, Kuchen, Empanadas, Cunapes, Soda, Wackelpudding usw. Am Ende des Abends habe selbst ich es nicht mehr geschafft, das Abendessen im Heim herunterzubekommen. Die Kinder waren meistens schon nach der zweiten Runde Essen vollkommen erschöpft, weshalb wir auf dem Heimweg singend und vollgepackt mit Plastiktüte auf den Hogar zusteuerten.
Ich war von der Familie richtig angetan, denn so eine Gastfreundschaft würde man in Deutschland nirgendwo finden. Meinem Eindruck nach zu urteilen, ging es den Gastgebern finanziell selber nicht so gut, aber trotzdem haben sie den Kindern zu Liebe diesen unvergesslichen Geburtstag mit reichlich Essen und Geschenken veranstaltet. Diese Mentalität und die Uneigenützigkeit der Menschen begeistert mich immer wieder und würde ich auch gerne für mich nach Deutschland mitnehmen.
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