FSJ in Santa Cruz de la Sierra

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Sonntag, 31. Oktober 2010

El día del estudiante

Vor einiger Zeit hatten wir Voluntarios ein kleines Fest für die Kinder im Hogar veranstaltet.
Wie ich auch schon in einem vorherigen Eintrag berichtet habe, gibt es in Bolivien, viel häufiger als in Deutschland, einen "día de ...". Am 21. September stand nun der día del estudiante, also dem Tag des Schülers, an, welcher in Bolivien als ganz besonders angesehen wird. Den Schülern sollte zu Ehren ein Fest veranstaltet werden, jedoch kam vor der Kür zunächst einmal die Pflicht. Für den Vormittag hatten die Profes mit ihren jeweiligen Vorkursen und Voluntarios Tänze, Lieder und Gedichte auswendig gelernt, die sie dann ihren Eltern vortrugen (Ich kann diesen Teil des Tages leider nicht so genau beschreiben, da ich zu der Zeit noch bei den Babys gearbeitet habe und nichts von alle dem mitbekommen habe). Aus Erzählung weiß ich jedoch, dass es ein voller Erfolg, sowohl für die Kinder als auch die Eltern war, denn es klappte wesenttich besser als noch in den Generalproben.
Für den Nachmittag hatten wir Voluntarios uns schon 2 Wochen vorher etwas nettes für die Kinder überlegt, was jedoch nicht alles umgesetzt werden konnte. Wir wollten auf jeden Fall etwas besonderes für die Kinder zum Essen bereitstellen und ihnen auch die Möglichkeit bieten, an unterschiedlichsten Aktivitäten teilzuhaben. Unsere erste Planung, bei der wir eine Hüpfburg und ein riesen Wasserspektakel veranstalten wollten, verlief sich ziemlich schnell aufgrund von Kostengründen und der Zustimmung der Hermanas. Dadurch waren wir zum Umdenken gezwungen und entschieden uns, zunächst einmal als Merienda Pizza zu zubereiten. Bei einer Masse von ca. 150 Kindern - exklusive Babys - muss eine Menge Pizzateich zubereitet, geknetet und gebacken werden. Für die Besorgung der unterschiedlichsten Zutaten fuhren Katha, David und ich zu einem großen Straßenmarkt und kauften Massen an Mehl, Käse, Hefe, und noch mehr Käse ein - schließlich sollte die selbstgemachte Magharita auch schmecken. Damit die Kinder sich nicht nur den Bauch mit Pizza und Refresco, einem erfrischendem, aber auch enorm süßen Getränk in allen Geschmacksrichtungen, vollschlugen, stellten wir Musik, Spiele und Schminke zur Verfügung. Alles in allem waren wir mit der Planung sehr zufrieden und auch vollkommen davon überzeugt, das alles funktionieren würde, aber da hatten wir die Rechnung nicht mit den bolivianischen Kindern gemacht und alles verlief ganz anders...
Schon am Morgen wurde der Teig für die Pizzen, insgesamt 8 Bleche, was am Ende doch viel zu viel gewesen ist, zubereitet, was bei einer Außentemperatur von über 30 Grad und und laufendem Backofen eine sehr schweißtreibende Arbeit wurde. Nachdem auch die Musik aufgebaut war, hatten wir abgemacht, dass das Fest um 2 anfangen sollte. Perfekt vorbereitet gingen wir zur Direción und wollten wissen, ob wir die Kinder in den "comedor" geleiten sollen. Die Angestellten guckten uns ungläubig an und meinten, "wie es ist schon alles vorbereitet?". Ein wenig verdutzt zogen wir wieder ab und die Party fing dann erst eine Stunden später an. In den mit Luftballons behängten Raum trafen alle Kinder zur Preisverleihung der besten Schüler ein und es wurden ein paar kleine Geschenke verteilt, bevor die Musik voll aufgedreht wurde. Uns wurde im Vorhinein bestätigt, dass die Kinder beim Hören der Musik sofort anfangen würden zu tanzen, aber das war irgendwie nicht ganz so der Fall. Ein paar bewegten sich im Takt, wir Voluntarios versuchten das Beste, um die anderen auch in die richtige Stimmung zu bringen, es wollte jedoch nicht funktionieren und es beginn sich langsam zu verlaufen. Um dem entgegenzuwirken bereiteten wir so schnell wie möglich die Merienda und 50 Liter Refresco vor. Die Kinder stürmten sich auf die Pizza, als wenn sie seit Tagen gehungert hätten. Nach diesem Snack, wurden ein paar "Tanzspiele" wie Limbotanzen oder Reise nach Jerusalem, das wirklich international ist, angeboten, was jedoch in einem totalen Chaos ausartete, da mindesten doppelt so viele Kinder wie Stühle bereitstanden und die Verlierer nicht freiwillig gehen wollten. Die Schminke, die wir gekauft hatten, stellte sich als Fingerfarbe heraus, wodurch dieser Programmpunkt leider ausfiel. Zum späten Nachmittag hin kamen dann alle in den ersten Vorhof und es wurde auch ausgiebig getanzt, was uns echt freute, nachdem die ersten Aktionen nicht so ganz funktioniert hatten und wir immer wieder gefragt wurden, was denn als nächstes kommen würde, unsere Ideen jedoch schon vollkommen ausgeschöpft waren.
Zum Schluss kann man sagen, dass es den Kindern richtig viel Spaß gemacht hat, auch wenn es an der Planung unsererseits gehapert hat. Aber man lernt ja aus Fehlern und das nächste Mal werden wir die bolivianische Mentalität auch einplanen.

Alle mal auf den "dancefloor" ( es waren dann im Endeffekt doch nur die Älteren)




Wir haben richtig schweres "Geschütz" aufgefahren




Ein paar Mädels mit David


Eine Reise nach Jerusalem



50 Liter Refresco




Die Wuntertüte wurde ausgeschüttet und die Jungs haben sich auf den Keinkram gestürzt, weshalb Simon von seinem Stuhl gerissen wurde.




Versuch die Kinder einzuheitzen





Limbo durfte natürlich auch nicht fehlen :P








Verteilen der Pizza und der Soda (Cola)




Am Ende blieb nichts von der Pizza über

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