Wie schon erwähnt, haben wir am ersten Tag feststellen müssen, dass wir sehr wahrscheinlich einen Untermieter hatten, der sich auf unsere Kosten durchfressen wollte, weshalb es erst einmal hieß - aufräumen, putzen und wischen - denn das war seit Langem wieder fällig geworden. Das Problem "rata" oder "raton", das wussten wir bis zu dem Zeitpunkt noch nicht, musste jedoch anders angegangen werden, weshalb wir ins Zentrum fuhren, um dort ein Gift zu besorgen. An gleicher Stelle haben wir uns dann auch für 15€ ein Handy gegönnt, wodurch man mich bald, wenn ich es denn registrieren lasse, erreichen kann. Am Mutualista, was ein riesiger überdachter Markt ist, kam dann prompt eine Parade vorbei, denn es war der "Tag der Jungfrau Carmen", den man gebührend feiern muss. Man sollte wissen, dass in Bolivien jede Person irgendwie einen Feiertag hat, weshalb ich immer wieder solche Umzüge sehen werde.
Zurück im Hogar ist uns die Ratte dann doch noch persönlich begegnet und wurde von den 10 Freiwilligen durch das Heim gejagt, bis sie sich irgendwo hinter dem Ofen niedergelassen hatte. Das Rattengift wurde verstreut und schon am nächsten Tag zahlten sich die "Bollis" aus und wir dachten wir hätten einen Sieg eingefahren, jedoch war dies nur eine kleine Etappe, denn schon am Abend selber vernahmen wir diesmal ein Knistern hinter dem Kühlschrank.
Der "Tag der Ratte" war auch zugleich mein erster Arbeitstag, der damit begann zwei- bis vierjährige Kinder zu belustigen, indem man sie durch die Lüfte schleuderte, den Ball hin und her warf oder sie von oben bis unten durch kitzelte. Die Kleinen sind echt super süß und obwohl sie beim Essen, bei dem die Hälfte auf dem Boden landet, etwas anstrengend sind, macht es wirklich Spaß, denn ich habe bei dieser Aufgabe noch 2 Italienerinnen an meiner Seite, die den Laden echt aufmischen.
Ab 12 Uhr gibt es dann im Hogar immer Mittagessen, wo wir Freiwilligen auch mitessen dürfen. Ich hab es mir natürlich nicht nehmen lassen, eine Spezialität des Hauses zu essen, denn es gab eine Nudelsuppe mit Hühnerfüßen, Hühnerköpfen und irgendwelchen Innereien des Geflügels, wobei euch auf Leber tippen würde. Es hört sich vielleicht ein wenig ekelig an, aber es schmeckt im Endeffekt genauso wie das restliche Tier (Fotos werden folgen).
Nachmittags werde ich dann für die nächste Wochen bei den "Divino Ninjos" mithelfen, die zu den Kleinsten nach den "Bebes" gehören - Man muss wissen, dass die Kinder in Mädchen- und Jungenhäuser aufgeteilt sind, wobei hier auch noch nach dem Alter unterschieden wird. Die Jungen dürfen bis 12 Jahre in dem Heim bleiben, bevor sie in ein anderes Heim gehen, die Mädchen sind meistens bis zu ihrem 16 Lebensjahr im Hogar - Bei den "Divino Ninjos" musste ich am ersten Arbeitstag auf den Großteil der Kinder, die sich auf dem Spielplatz vergnügten, aufpassen, während die Restlichen, die schon zur Schule gehen, ihre Hausaufgaben gemacht haben.
Ansonsten ist es hier echt super, wir haben ein tolles Klima unter der Freiwilligen und die Sprache wird auch langsam besser, wobei einem immer wieder Vokabeln fehlen. Die Kinder stört das jedoch nicht wirklich, denn sie helfen einem, wo sie nur können, wenn man Sprachprobleme hat.
Ich probiere die Hühnerfüße!!!
Divino Ninjos
Chino alias Luciano mit fashiom sombrero
Meine Bebe II mit Angelica
Darek der Dickkopf
Diese Kartoffel brachte eine Ratte um die Ecke :)
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