Hallo alle zusammen. Ich habe mir gedacht, dass es mal wieder an der Zeit wäre, euch neue Infos zukommen zu lassen, denn hier vergeht kein Tag, wo man nicht irgendetwas Neues erlebt, was einen verblüfft. Ich kann euch schon einmal beruhigen, denn wir haben heute bemerkt, dass die Rattenplage immer noch nicht beseitigt ist. Als Simon und Inga heute einen Kuchen backen wollten, haben sie scheinbar die Ratte aus ihrem vertrauten Heim, dem Backofen, verscheucht, was sie aber nicht davon abgehalten hat, dem Kind das Geburtstagsgeschenk zu backen. Nun aber zurück zum Anfang.
Am zweiten Wochenende haben wir uns mit den Freunden von Inga, die in Cotoca wohnen, getroffen, um das Nachtleben in Bolivien auszukundschaften. Im Detail kann man sagen, dass es sich nicht unwesentlich von unserem in Deutschland unterscheidet – Vortrinken bei irgendwelchen Leuten und dann mit einer große Meute die Disko stürmen, wobei wir die einzigen an diesem Abend dort waren, was uns jedoch nicht davon abhielt, erst um 6 Uhr morgens wieder im Hogar aufzutauchen. Einen kleinen Unterschied gibt es doch - hier ist alles auf Reggeaton getrimmt, wodurch die Tanzschritte irgendwie mehr auf das linke Bein gelegt sind, was für Europäer ungewöhnlich erscheinen mag, denn Partnertänze sind auch viel gebräuchlicher.
Am Tag darauf waren wir bei Helga, einer älteren Dame aus Deutschland, eingeladen, die seit 50 Jahren in Santa Cruz lebt und sich hier Vorort um die Voluntarios kümmert und ihnen zur Seite steht. Das Haus kann man mit denen in Deutschland vergleichen, denn sie lebt in einem Condominium, indem vorwiegend reichere Einwohner von Santa Cruz wohnen und von der Stadt durch eine Mauer abgetrennt sind. Sie hat uns über die Geschichte der Stadt unterrichtet, über die vielen Projekte, in denen sie beteiligt ist, erzählt und uns vorzüglich mit bolivianischen Leckereien verköstigt.
Am Tag darauf ging es schon um 8 Uhr zu einem weiteren Heim in Santa Cruz, Don Bosco, wo sich etliche Hogars aus der Umgebung getroffen haben, um zunächst eine Messe mit vielen Liedern und Tanzeinlagen zu feiern und dann anschließend in einzelnen Sportarten wie Fußball, Basketball oder auch dem Tanzen, womit der Tag um 5 Uhr nachmittags abschloss, gegeneinander anzutreten. Die Kinder hatten einen riesen Spaß, aber aufgrund des jungen Alters nicht wirklich eine Chance zu gewinnen. Wie auf dem Hinweg quetschten wir uns auf dem Weg zurück zum Hogar mit 60 Mann in einen Mikro, wodurch man zum Teil 3 Kinder auf seinem Schoß sitzen hatte.
Unter der Woche kehrte dann wieder der Alltag ein, den ich in meinem nächsten Post genauer erläutern werde.
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